PRESSEMITTEILUNG vom 17.02.2009:


Ausbau privatwirtschaftlicher Kinderbetreuung dringend erforderlich

Berlin, 17.02.2009 Der Bundesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe e.V. (VPK) sieht sich in seiner Kritik am dem im letzten Jahr beschlossenen Kinderförderungsgesetz bestätigt.

Die Mehrheit des Deutschen Bundestags beschloss damals gegen die Überzeugung der Bundesfamilienministerin, dass auch ohne die gleichberechtigte Mitwirkung privatwirtschaftlicher Träger der notwendige Ausbau der Betreuung von unter dreijährigen Kindern gelingen wird.

Schon jetzt aber zeigt die höchst schleppend anlaufende Abrufung von bereitstehenden Fördermitteln zum Ausbau der Kindertagesbetreuung, dass das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2013 bundesweit durchschnittlich 35% der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu wollen, wohl unerreichbar bleibt.

Diese Entwicklung schadet Eltern und Kindern ebenso wie dem Standort Deutschland insgesamt. Der VPK fordert deshalb mit Nachdruck die Bundesländer auf, kurzfristig im Rahmen der Landesgesetzgebung dafür Sorge zu tragen, dass privatwirtschaftliche Träger gleichgestellt werden und sie somit auch das Recht haben, die bereitgestellten Finanzmittel abzurufen. Auf diese Weise würden auch die unerträglichen Wettbewerbsverzerrungen beseitigt. Eine solche Entwicklung ließe nicht nur eine spürbare Erweiterung der Angebote, sondern insbesondere auch eine dringend erforderliche Verbesserung und Flexibilisierung der Kindertagesbetreuung erwarten.

Im Rahmen des im letzten Jahr beschlossenen Kinderförderungsgesetzes (KiFöG) hat die Bundesregierung den Ländern die Entscheidung überlassen, inwieweit sie privatwirtschaftliche Anbieter in die Förderung der Kindertagesbetreuung einbeziehen. Davon haben bisher noch zu wenige Bundesländer Gebrauch gemacht.

„Die auf Druck der Wohlfahrtslobby zustande gekommene Verweigerung der Bundesregierung, privatwirtschaftliche Anbieter gleichberechtigt am Ausbau und an der Verbesserung der Kinderbetreuung einzubeziehen, erweist sich bereits jetzt als Bumerang, erläutert VPK-Vizepräsident Hermann Hasenfuß. „Der Ausbau der Betreuungseinrichtungen kommt auf dieser gesetzlichen Grundlage nicht schnell genug voran. Die Bundesländer müssen nun dringend private Anbieter gleichberechtigt in den Ausbau einbeziehen. Nur auf diese Weise kann das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2013 das Förderangebot auf 35% der unter dreijährigen Kinder sowohl qualitativ wie auch quantitativ auszubauen, erreicht werden“, so Hasenfuß abschließend.