Beteiligung ist wichtiges Kriterium in der Heimerziehung

VPK setzt auf Mitsprache von Kindern und bietet Orientierung für Fachkräfte

Berlin, 11.November 2011

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung hat eine große Bedeutung und ist im Interesse eines erfolgreichen Verlaufes von erzieherischen Hilfen unverzichtbar. Der Bundesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe (VPK) begrüßt und unterstützt deshalb den Zuwachs an vielfältig interessanten Ideen und Verfahren, die in den Mitgliedsverbänden des VPK entwickelt und schrittweise realisiert werden.

„Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Entscheidungen, die ihr eigenes Leben unmittelbar betreffen, spielt in der Heimerziehung nachweislich eine wichtige Rolle. Einigkeit über den normativen Anspruch einer Beteiligung im Jugendhilfekontext ist häufig schnell herstellbar. Problematischer aber ist eine situationsgerechte Umsetzung, weil sie die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe vor ganz besondere Herausforderungen stellt“, so Michael W. Budig, Präsident des VPK-Bundesverband e.V.

Was bedeutet Beteiligung im Einzelfall, was sind die Anforderungen in der Alltagspraxis und wo gibt es auch klare Grenzen? Dies sind einige der Fragestellungen, die differenzierte und individuelle Antworten erfordern. Beteiligung als Methode muss den Entwicklungsstand und die wachsenden Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu selbständigem, verantwortungsbewusstem Handeln immer mit im Blick haben – sonst wird sie beliebig. Die praktische Umsetzung in den Jugendhilfeeinrichtungen ist mit unterschiedlichen Herausforderungen, Problemen und auch entstehenden Konfliktlagen verbunden, die einer intensiven Vorbereitung und Auseinandersetzung bedürfen.

„Grundsätzliche Überzeugung im VPK ist, dass durch praxisgerechte Umsetzungen am ehesten die Gewähr dafür gegeben ist, dass eine Beteiligung vor dem Hintergrund von konkreten Entwicklungsprozessen der Kinder und Jugendlichen wie auch der Einrichtungen geschehen muss – so kann sie am besten gelingen. Dabei sind auch die entstehenden Unsicherheiten bei den Fachkräften nicht zu vernachlässigen; sie müssen durch Klarheit und Orientierung in den Prozess aktiv mit einbezogen werden“, so Budig weiter.

Eine Vorreiterrolle dazu hat nun der VPK-Landesverband Brandenburg übernommen, der ein Positionspapier erarbeitet hat. Ähnliche Initiativen und Aktivitäten gibt es auch in anderen Mitgliedsverbänden des VPK. Diese Entwicklungen unterstützt der Bundesverband nachhaltig, da sie eine Kultur der Beteiligung entstehen lassen, die sich in der täglichen Arbeit verankert und verhaftet. Beabsichtigt ist deshalb, dass auf Grundlage dieser Aktivitäten der Landes- und Mitgliedsverbände ein Positionspapier des VPK-Bundesverbandes entsteht. Darin wird das Wohl von Kindern und Jugendlichen in der Kinder- und Jugendhilfe im Mittelpunkt stehen; gleichzeitig soll es aber ebenso eine Orientierung für die Fachkräfte der Heimerziehung bieten.

„Auch die VPK-Bundesfachtagung PODIUM im Jahr 2012 wird sich mit dieser Thematik und den damit in Zusammenhang stehenden weitergehenden Fragestellungen und Erörterungen umfassend auseinandersetzen“, so Budig abschließend.