In einer Studie der HS Koblenz des Fachbereichs Sozialwissenschaften untersuchte Prof. Dr. Kathinka Beckmann die berufliche Realität im ASD. Ausgehend von der These „Die aktuellen Rahmenbedingungen im ASD behindern eine professionelle sozialpädagogische Arbeit.“, wurden Fachkräfte bundesweit zu ihren beruflichen Voraussetzungen befragt. Die Befragungen zeigten, dass den Fachkräften überwiegend 4 Elemente für ihre Arbeit fehlen.

1. Ausreichend Zeit

2. Buchstäblich Raum

3. Wissen um strukturelle Verflechtungen

4. Möglichkeiten zur Erfahrungsweitergabe

Kritisiert haben einige Befragte z.B. das nicht angemessene Verhältnis zwischen der Anzahl der Fälle und der personellen Ausstattung, besonders im Hinblick auf Krankheitsfälle und Fluktuation. Außerdem das verschobene Verhältnis zu mehr Dokumentation als Klientenkontakt, denn nur ein Viertel der Befragten stimmen uneingeschränkt zu, dass die Dokumentation der fachlichen Fallanalyse dient.

Ein häufig genanntes Beispiel für unzureichende Räumlichkeiten ist die Notwendigkeit von persönlichen, sensiblen Gesprächen in entsprechend geschützten Räumen. Ein Drittel der Befragten beispielsweise teilen sich ein Büro, meist zu zweit, in einigen Fällen mit bis zu 18 Kolleg*innen. Eine Ausweichmöglichkeit auf Besprechungsräume bestätigen beinahe alle Befragten, mehr als die Hälfte bemängeln jedoch, dass diese nicht ausreichen.

Der Großteil der Fachkräfte gibt an, sich durch die Finanzierung der Hilfsmaßnahmen in ihrem Handeln eingeschränkt zu fühlen. Nur 6,5% stimmten der Aussage „Mir ist es möglich, immer bedarfsgerechte Maßnahmen anzubieten“ voll zu.

Als wichtiges Element für den Austausch von Erfahrungen, nannten viele Befragten die Einarbeitungszeit. Über die Hälfte geben an, dass sie weniger als 3 Monate eingearbeitet wurden und dies als zu wenig empfinden. Ein Drittel der Befragten berichten, dass sie gar nicht eingearbeitet wurden.

Als Beispiel für einen Lösungsvorschlag fordert eine Befragte eine Fallbegrenzung, eine angemessene räumliche und materielle Ausstattung, Supervision und Fortbildung sowie qualifizierte Kolleg*innen.

Quelle: http://www.kindervertreter.de/downloads/Pressemappe%20PK%20Studie%20ASD.pdf

Kategorien: Fachinformation

Robert Kühr

Robert Kühr

Robert Kühr hat Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin studiert und ist Referent des VPK Brandenburg. Er berät und unterstützt private Träger der Kinder- und Jugendhilfe und organisiert deren persönlichen und fachlichen Austausch im Netzwerk des VPK in Brandenburg.