Der VPK Bundesverband hat eine Handreichung zur Entwicklung von Schutzkonzepten veröffentlicht. Damit wird das Ziel verfolgt, den Kinderschutz sicherzustellen und die Einrichtungen bei der Umsetzung von Schutzkonzepten zu unterstützen.

Hintergrund

Die Prävention zur Vermeidung von sexualisierter und nichtsexualisierter Gewalt hat in der Kinder- und Jugendhilfe eine große Bedeutung. Sie ist Auftrag und Verpflichtung zugleich. Der VPK sieht sich als Dachverband von privaten Trägern der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe hier besonders in der Verantwortung und schreibt dem Schutz junger Menschen in den Hilfesystemen eine hohe Priorität zu.

Vor diesem Hintergrund hat der VPK auf Bundesebene im Januar 2016 mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs (UBSKM) eine Vereinbarung geschlossen. Darin verpflichtet sich der VPK, seine Mitgliedseinrichtungen darin zu unterstützen, Schutzkonzepte zu erarbeiten.

Handreichung bietet Unterstützung

Zur Entwicklung einer Handreichung hatte der VPK eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die ihre Arbeit abgeschlossen hat. Die fertiggestellte Broschüre bei der einrichtungsinternen Erarbeitung von Schutzkonzepten unterstützen und motivieren. Darin werden konkrete Aspekte beschrieben und hinsichtlich der Umsetzung differenziert dargestellt. Die Autor*innen der Handreichung haben sich hierbei u.a. am „Abschlussbericht Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ orientiert. Außerdem wurden zentrale Aspekte aus den Handlungsleitlinien zur Prävention und Intervention integriert, die durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter beschlossen wurden.

Schutzkonzepte als Teil der Unternehmenskultur

Die Erstellung eines Schutzkonzeptes ist als dynamischer und kontinuierlicher Prozess zu verstehen. Ein einmal erreichter Standard ist qualitativ in dem Maße zu halten, in dem das Konzept weiterentwickelt, fortgeschrieben und an Veränderungen angepasst wird.

Schutzkonzepte führen in der einrichtungsinternen Kommunikationsstruktur zu mehr Transparenz und zur Erhöhung der professionellen Sensibilität für grenzverletzende Situationen. Sie fördern eine grenzachtende Kultur und dienen daher auch dem Schutz der Mitarbeiter*innen. Schutzkonzepte kommen dem Bedarf der Mitarbeiter*innen nach Orientierung und Sicherheit entgegen; sie sind dadurch weniger dem Risiko ausgesetzt, durch grenzverletzendes Verhalten anderer in Mitleidenschaft gezogen oder mit Falschbeschuldigungen konfrontiert zu werden.

Grußwort des UBSKM

Den VPK hat besonders gefreut, dass der Unabhängige Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herr Johannes-Wilhelm Rörig, ein Grußwort für die Handreichung beigesteuert hat und darin u.a. deutlich macht, dass „diese Handreichung ein starker Ausdruck dafür [ist], wie verantwortungsvoll sich der VPK dem Kinderschutz stellt und wie engagiert er seine Mitglieder auf dem Weg zu Schutzkonzepten in den Einrichtungen vor Ort unterstützt und motiviert“.

Broschüre bestellen

Die Broschüre wird an Mitglieder des VPK kostenfrei ausgegeben. Alle weiteren Interssierten können sie ab sofort gegen Erstattung der Portokosten über die Bundesgeschäftsstelle des VPK (www.vpk.de) erwerben.

Kategorien: Fachinformation

Robert Kühr

Robert Kühr

Robert Kühr hat Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin studiert und ist Referent des VPK Brandenburg. Er berät und unterstützt private Träger der Kinder- und Jugendhilfe und organisiert deren persönlichen und fachlichen Austausch im Netzwerk des VPK in Brandenburg.